Bei tief stehender Sonne, leichtem Wind geht es nachmittags auf der Hardt mit dem Streamline 220 von D-Power in die Höhe, während sich am Boden Spinnen breit machen und ihre Fäden zu einem einzigen Netz über die gesamte feuchte Wiese legen. Die Sonne wärmt angenehm. Warme Luft löst sich großflächig vom Boden – Thermik.
Schmetterlinge lassen sich von der aufsteigenden Luft in die Höhe mitnehmen und sind bald nicht mehr zu sehen.
Es dauert nicht lange; da kommen sie wieder. Nicht einer, nicht drei, ja es darf so bezeichnet werden, ein Familientreffen besonderer Art: Die Rotmilane.
Mindestens zwanzig, nicht alle in einem Bild einzufangen. Ein schönes, beeindruckendes Schauspiel. Kein ungewöhnliches Bild hier auf der Hardt zwischen Much und Neunkirchen-Seelscheid.
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Nach Thermik muss an diesem Nachmittag nicht gesucht werden. Die Milane zeigen sie deutlich an. Ein Rettungshubschauber fliegt vorbei, die Landwirte sind bei der Arbeit.
Ein schöner, erholsamer Nachmittag mit einem unvergesslichen Naturschauspiel, zu dem sich später ein Modellflugfreund gesellt.
Die Wettergötter meinen es in diesen späten Septembertagen gut mit Modellfliegern und laden ein, die Freizeit an der frischen Luft zu verbringen. Und das wird heute mit dem Depron Eigenbau DH.100 Vampire getan. Es herrschen angenehme, spätsommerliche Temperaturen, leichter Wind. Der Himmel ist blau, zarte Wolken und vor allem ist es trocken.
Das Wetter freut auch die Landwirte. Am Rande der Flugwiese auf der Hardt zwischen Much und Neunkirchen-Seelscheid ernten sie mit einem Jaguar 990 den Mais. Alle Hände werden gebraucht. Unermüdlich wird auf und ab gemäht, beladen, hin und her gefahren, entladen, Stunde für Stunde bis in den Abend, der untergehenden Sonne entgegen, der Tag genutzt. Alles will rechtzeitig vor dem Erntedankfest am Sonntag, 01. Oktober 2023 eingefahren sein.
Herbert von der freien Modellfliegergruppe Auf der Hardt erzählt, wie das damals so ging mit dem Hobby Flugmodellbau und Modellflug:
Ich hatte mich bereits in jungen Jahren für alles rund um die Fliegerei begeistern können, während die anderen Fußball spielten und Mopeds fuhren. Luftfahrtbücher und Bastelbücher wurden regelrecht verschlungen und gaben viele Anregungen.
Meine ersten Flugmodelle hatten dann Gummiantrieb oder wurden motorlos am Seil fliegen gelassen.
Im Alter von 16 Jahren unmittelbar nach dem Realschulabschluss hat bei mir alles begonnen.
Zur Belohnung schenkten mir meine Eltern ein Modellflugzeug mit Ausstattung, der Robbe PAN mit 1,5 ccm Enya, komplett gekauft. Leider gibt es davon kein Foto, sondern nur eine Planablichtung.
Danach kam dann als erstes selbstgebautes Modell ein Robbe PUMA als Hochdecker mit 5 ccm Enya. Damit habe ich quasi richtig Fliegen gelernt. Das ging damals so:
Der Schulfreund meines Vaters hatte in Mayen in der Eifel ein Radio-und Fernsehgeschäft. Er war damals weit und breit der einzige Händler für Modellbauartikel und gleichzeitig mein Fluglehrer. Übrigens hatte er als Radio-und Fernsehtechnikerauch meine erste Tip-Tip-Fernsteuerung selbst gebaut. Er startete und landete mir anfangs immer den Puma .
Irgendwann hatte er gemeint, dass müsste ich jetzt selbst können, startete mir den Puma und fuhr mit seinem Auto davon.
Ich war also mit meinem fliegenden Puma alleine auf mich gestellt und musste ihn landen. Und das klappte problemlos. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich alleine Modellfliegen und es ging mit mehreren verschieden ausgestatteten Pumas weiter.
Im zweiten Lehrjahr als Werkzeugmacher war ich soweit und hatte mit den ersten Eigenkonstruktionen begonnen. Die physikalischen Grundsätze waren aus vielen Büchern angelesen. Im Zeichenbüro der Lehr-Firma gab es damals noch großflächiges Zeichenpapier, das ich als Altpapier nutzen konnte. Zuhause hatte ich mir ein großes Reißbrett (wie damals in den Firmen üblich) gebaut; passend dazu kam noch eine Scheren-Parallelogramm-Zeichenausstattung mit Winkelinealen.
Aus dem Lehrunterricht in Zeichnen war mir einer der damals schon wichtigsten Grundsätze bekannt:
>Am Anfang steht die Mittellinie< drumherum baut sich alles auf.
Meine erste umgesetzte Eigenkostruktion war der EARLY BIRD.
Zu Beginn des Studiums gab es einen Stop aller Aktivitäten beim Modellflughobby. Alles wurde veräußert.
Erst nach Ende des Studiums und erster Anstellung ging es langsam wieder weiter. Und nach ein paar Jahren mit der Familie im Eigenheim ging es dann wieder richtig los.
Alles rund ums Fliegen begeistert mich. Ich schaue auch heute noch jedem vorbeifliegenden Flugzeug nach. Gerne wäre ich Pilot geworden, wenn meine Sehkraft von frühester Jugend an nicht problembehaftet gewesen wäre. Ich wollte Flugzeugmechaniker als Beruf erlernen, aber von meinem Heimatort aus waren alle Möglichkeiten weit weg und auf dem elterlichen Bauernhof wurden damals alle Hände gebraucht.
So war die Modellfliegerei eine brauchbare Alternative geworden. Dabei kann ich mich auch heute noch wunderbar von den Geschehnissen des Alltags ablenken lassen. Was mich besonders reizt, ist das Umsetzen von eigenen Ideen. Die finanziellen Investitionen versuche ich dabei im angemessenen Rahmen zu halten.Man muss nicht unbedingt große, technisch aufwendige Industriemodelle betreiben. Die handlichen und kofferraumfreundlichen Modelle können genau so viel Spass erzeugen.
Achtsamkeit, Nachhaltigkeit, Umwelt- und Naturschutz sind für mich sehr wichtig. Ich persönlich habe schon sehr früh der Umwelt zu Liebe auf Elektroantriebe gesetzt, auch als diese Technik noch in den Kinderschuhen steckte. Die ersten so ausgestatteten Modelle konnten noch als Akku-Transporter bezeichnet werden. Denn 8 NC-Zellen aus einem Akku-Schrauber waren aus heutiger Sicht unwahrscheinlich schwer.
Die gezeigten Fotos hat Herbert freundlicherweise für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt. Seine Modellflugerinnerungen hat er in seinem Fotoalbum festgehalten.
Vielen Dank Herbert für Text und Bilder. So manch ein Leser Deiner Erzählung von damals wird sich an seine Jahre als Flugmodellbauer und Modellflieger erinnern.
Herberts Fotoalbum bei WEB.de Online-Speicher in einem neuen Fenster aufschlagen:
Montagsflieger Udo hat seine Ka8b aus dem Hause Phoenix mit einer Spannweite von 3.500 mm dabei. Das Modell ist mit einem Brushlessmotor ausgestattet. „Bernd, tust de dann noch ma?“ „Ja.“
Diese Ka8b hatte Montagsflieger Udo mit einem Motoraufsatz 2019 erworben. Ungewöhnlich das Bild, als der Segler damals mit dem Antrieb auf den Schultern abhob.
2022 hat er das Modell auf einen in der Modellnase versteckten E-Antrieb umgebaut.
Inzwischen sind bei uns mehrere Ka8b in unterschiedlichen Größen und Ausführungen im Einsatz.
Wir starten heute auf der Hardt zwischen Much und Neunkirchen-Seelscheid mit PEPITO, einem Vintage Art Modell aus dem Hause Pichler Modellbau.
Der Baukasten wurde im Sommer 2020 im Ladengeschäft von UFM-Modellbau1) in Hennef gekauft. Mehr als ein Jahr nach dem Bau des Modells war Pepito im Oktober 2021 endlich nach langer Baupause für den Erstflug bereit und erwies sich, wie erhofft, als so genannter Wiesenschleicher.
Das Modell hat eine Spannweite von ca. 1,6 Meter und ein Gewicht von etwa 1,5 Kg. Es wird gesteuert über Motor, Höhen- und Seitenruder.
Der Bau des Modells und der Erstflug sind in einer fünfteiligen Videofolge dokumentiert.
Es ist Donnerstag, 14. September 2023, nachmittags, auf der Hardt, zwischen Neunkirchen-Seelscheid und Much, der blaue Himmel mit Wolken verziert, fast windstill, der Mais steht hoch, das Gras ist satt und naß.
Ein roter Yeti biegt von der Straße auf die Wiese, hält an, die Heckhaube wird geöffnet, ein kleiner Campingtisch aufgebaut, ein Weidenkorb mit Modellfliegerutensilien daneben gestellt. Der Windwollfadenmast wird zusammengesteckt, in der Halterung des Weidenkorbes befestigt.
Dann packt Herbert von der freien Modellfliegergruppe Auf der Hardt aus, vier Modelle, alles Eigenbauten, bereits seit Jahren im Dienst, nur die Ente gehört zur jüngsten Generation der Depronmodelle. Sie liegen neben dem Yeti im Gras, werden nach und nach mit einem passenden Akku bestückt, die Antenne der Graupner ausgezogen, Ruder-/Motorcheck und schon starten die ersten Modelle ihren Flug über der Hardt, ein Nurflügler und die jüngste Maschine aus Herberts Werkstatt, eine Do 27 D-Ente.
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Das erste ausgelieferte Original einer DO-27 aus der zivilen Baureihe wurde einem großen Publikum als „fliegendes Zebra“ in dem oscarprämierten Dokumentarfilm Serengeti darf nicht sterben des Frankfurter Zoodirektors Bernhard Grzimek aus dem Jahr 1959 bekannt. Grzimek und sein Sohn Michael nutzten für ihre Forschungen zu den Wanderbewegungen der Wildtierherden im Serengeti-Nationalpark in Tansania eine Do 27 Q. Michael verunglückte mit der Maschine am 10. Januar 1959 tödlich, als ein Altweltgeier mit der rechten Tragfläche zusammenstieß. Das Flugzeug stürzte aus einer Höhe von 200 Metern in einer steilen Rechtskurve ab.1)
Modelldaten DO-27 D-Ente
Spannweite: 1.140mm
Länge: 950mm
Flächenbelastung nur Flügel: ca. 28 gr/qdm
Antrieb: Roxxy mit 930kv APC 10×4,7 und 3S1.000
Feedback, Anfragen unmittelbar an Herbert B per e-Mail.
Wir schreiben den 03. August 2020. Auf dem Modellflugplatz in den Siegauen bei Siegburg ist noch etwas los. Eine Fairchild-Republic A-10 Thunderbolt von Makojet Modellbautechnik wird von Montagsflieger Ralf für den Start vorbereitet und hebt unter den Augen Interessierter sicher ab.
Maßstab 1:8,5 Spannweite 2,03m Länge 1,85m Gewicht 11,5 Kg Impeller JETFAN-90V V3 Motoren HET Typhoon, 700-68 / 1200KV Akkus: 2x Gensace 6S 5.800 mAh 45C Fahrwerk Electron er 40
Das Video ist das überarbeitete Original aus dem Jahr 2020 in der Version v2.0 und zeigt u.a. Schnappschüsse:
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Mit dem Modellflugverein in Siegburg haben wir nichts zu tun.
Auf Flugfeld II, Startbahn Ost/West hebt eine Legende, die Tante Ju, Junkers Ju52, nicht das Original, sondern ein Depron Eigennachbau mit einer Spannweite von 1520 mm und einem Fluggewicht von 615 g zu ein paar Platzrunden ab und landet sicher wieder auf der Graspiste vor dem Schattenspender für Piloten.
Das Modell ist ein Eigenbau aus 6 mm Depron, sollte möglichst leicht werden, vor allem langsam fliegen und durch sein Flugbild wirken.
Die Flächen haben ein Kfm-3 Profil, sind mit einem Kohlestab verstärkt und vom Rumpf abnehmar. Die Klappen sind angedeutet, um 3mm fest nach unten gestellt. Die beiden Querruder sind mit jeweils einem Servo in der Fläche steuerbar.
Darüber hinaus wird die Maschine mit Höhen-/Seitenruder, Brushlessmotor, 20A-Regler, 7×4 Prop, Lipo 3S 1000mAh geflogen. Die beiden Motoren an den Flächen sind Attrappen, die Propeller drehen sich im Flug durch den Luftstrom ungeregelt mit.
Slowmotion 1:51 bis 2:04 und 2:35 bis 2:45
Das Modell verfügt über angenehme Flugeigenschaften, läßt sich vergleichsweise langsam – wie angestrebt – fliegen und startet auch von einer Graspiste, hebt nach wenigen Metern ab und landet dort auch wieder, ohne sich zu überschlagen. Die im Video gezeigte Fluggeschwindigkeit entspricht der Originalgeschwindigkeit des Modells; zwei Szenen sind in Slowmotion dazugemischt – 1:51 bis 2:04 und 2:35 bis 2:45.
Montagsnachmittag im September 2023 auf Flugfeld II, blauer Himmel, um 300 Celsius, es geht kaum Wind, die Sonne brennt, im Schatten des Sonnenschutzes läßt es sich mit Kaltgetränken aushalten. Mit am Start sind heute u.a. mehrere Modelle verschiedener Klassen aus dem Hause Multiplex, eine Ka6E, Lentus und Heron sowie für den F-Schlepp eine Maule M7 GB.
Auf dem Flugplatz Hangelar in Sankt Augustin geht es im September freitags bei sommerlichen Temperaturen unter blauem Himmel ab ins Wochenende. Glücklich der, der ein Flugzeug hat, damit aufsteigen und dem täglichen Wahnsinn entfliehen kann.
„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein Alle Ängste, alle Sorgen sagt man blieben darunter verborgen Und dann würde was uns groß und wichtig erscheint plötzlich nichtig und klein“1)
Impressionen Flugplatz Hangelar nachmittags – Fotos anklicken und vergrößern (1920 x 1080 px)
1) Songtext Lied von Rheinhard Mey Über den Wolken https://www.youtube.com/watch?v=EiOviNo_0v8