Weihe 50 – Ein Klassiker neu interpretiert

Wir präsentieren den Nachbau eines echten Klassikers: der Weihe 50, einem Segelflugzeugmodell, das ursprünglich in den 1960er Jahren von der Firma Graupner angeboten wurde. Das Modell wurde im Rahmen eines Winterprojekts von Udo, Bernd und Georg liebevoll neu konstruiert und gebaut.

Die moderne Interpretation kombiniert klassische Linien mit heutiger Technik: Der Rumpf besteht aus GFK und wurde mit Fusion 360 in 3D konstruiert. Ein gedrucktes Urmodell diente anschließend zur Erstellung der GFK-Form.

Besonders eindrucksvoll: Im Video wird die Weihe 50 im Huckepackverfahren auf einer Motormaschine in die Luft gebracht – ein spektakulärer Start, der die Präzision und Eleganz des Modells eindrucksvoll zur Geltung bringt.

Bei den Montagsfliegern ist das Modell in zwei Varianten im Einsatz – mit und ohne Querruder – und sorgt bei jedem Flug für Aufsehen.

Mehr zum Projekt, inklusive zahlreicher Bilder, Videos und Hintergrundinformationen, finden Sie in der umfangreichen Dokumentation direkt hier auf der Website.

Gleitschirm Hacker Cloud 0.5

Operation Linkskurve – Wie mein Cloud 0.5 endlich das Kurvenfliegen lernte

Es war einmal ein kleiner roter Paraglider namens Cloud 0.5 von Hacker, den ich vor vielen Jahren mit großer Vorfreude gekauft hatte. Leider war unsere Beziehung… sagen wir, kompliziert. Nach ein paar eher kläglichen Versuchen, ihn in die Luft zu bringen, verbannten wir uns gegenseitig in die innere Emigration: Er in seinen Karton, ich in meine Enttäuschung.

Zugegeben, das Startverhalten war eigenwillig – aber immerhin bekam ich ihn irgendwann in die Luft. Er flog sogar! Geradeaus wie eine Eins und Rechtskurven so elegant wie ein Walzer-Tänzer. Aber Linkskurven? Vergiss es. Nicht mal ein müdes Zucken ließ er sich entlocken. Ich überprüfte alles – Seillängen, Aufhängungen, Gewichtsverteilung – und las mich durch das halbe Internet. Das Resultat: Ich wurde ein Experte für frustrierte Modellflieger, aber das Ding flog immer noch nicht linksrum.

Dann, eines Tages, beim heiteren Fachsimpeln der Montagsflieger, ein neuer Ansporn: „Bring das Teil doch mal mit!“ Gesagt, getan. Der Cloud wurde entstaubt, aus seinem Dornröschenschlaf geholt und erst einmal zur Flugwiese Auf der Hardt ausgeführt. Start. Fliegt. Rechts. Gerade. Und… natürlich wieder keine Linkskurve.

Zweiter Versuch. Selbes Drama. Schließlich eine unsanfte Landung – der Propeller verabschiedete sich mit einem Knack in die ewigen Jagdgründe. Ich fluchte leise – nicht ahnend, dass genau dieser Crash die Lösung bringen sollte.

Beim Aufsammeln der Überreste fiel mein Blick auf eine winzige Gravur am Propeller: „R“. Für „rechtsdrehend“. Ach? Der Motor drehte also rechts. Aber alle Ersatzpropeller, die ich je gesehen hatte, waren für linksdrehenden Lauf gedacht.

Also fix die Drehrichtung des Motors am Regler per Sender geändert. Links drehenden Propeller drauf. Neuer Start – und siehe da:

Der Cloud 0.5 flog plötzlich wie ein braver Schuljunge! Geradeaus, Rechtskurven, und – haltet euch fest – Linkskurven! Sanft, kontrolliert, formvollendet.

Warum das so ist? Keine Ahnung. Drehmoment, Luftwirbel, kosmische Strömungen? Mir egal. Der Cloud fliegt – und zwar dahin, wo ich will.

Georg Dissen

Huckepack – ein faszinierendes Konzept

Das Wort „Huckepack“ weckt bei vielen Kindheitserinnerungen: Der Moment, wenn man müde ist und sich von den Eltern oder älteren Geschwistern tragen lässt. Doch der Begriff geht weit über diese Assoziation hinaus.

In der Tierwelt ist diese Trageweise verbreitet. Viele Tierarten, wie Affen, Koalas oder Frösche, tragen ihre Jungen Huckepack, um sie zu schützen oder ihnen das Erkunden der Umgebung zu erleichtern. In der Logistik spricht man vom „Huckepack-Verkehr“, wenn Lkw auf Eisenbahnwaggons verladen werden, um lange Strecken effizienter und umweltfreundlicher zu überbrücken.

Auch wir pflegen das Huckepack-Prinzip und bringen auf dem Rücken leistungsstarker Modellflugzeuge unsere Segelflugzeuge sicher in die Luft. Dabei wird das Segelflugzeug oben auf einem Trägerflugzeug befestigt und während des Fluges ausgeklinkt, um eigenständig weiterzusegeln. Das Verfahren ist effizient und ermöglicht es, Segelflugzeuge ohne eigene Antriebsquelle sicher in die Luft zu befördern.

Im Team am Ende des Winters

  • ECO Boomster S – Andreas
  • Mini Ellipse – Ralf
  • Calimero – Dieter
  • Weihe50 – Bernd

Bei uns ist „Huckepack nehmen“ Alltag, Unterstützung wo nötig und gewünscht. Jemandem „Huckepack“ zu helfen, gemeinsam eine Last zu tragen oder einen Weg zu erleichtern ist für uns selbstverständlich.

Einfach mal loslassen

Wie das geht, machen uns die Liebhaber von Freiflugmodellen in drei Disziplinen vor: Indoor-, Outdoor-, Scale-Freiflug. Es geht dabei nicht um Kontrolle, es geht darum, die Kräfte der Natur zu verstehen und anzunehmen. Mehr als nur Modellbau – es ist ein Tanz mit der Natur, eine Harmonie aus Präzision, Geschick und Geduld. Begleite uns zur National Free Flight Society, wo die besten Piloten und Pilotinnen zeigen, wie sie mit minimaler Technik und maximaler Kreativität die Grenzen des Freiflugs ausreizen.

Ob du schon Modellflugfan bist, Vergangenes wiederbeleben oder Neues entdecken möchtest – dieses Video wird dich inspirieren und begeistern!

Klick rein in die Welt des Freiflugs!

Der Videoton ist automatisch synchronisiert

3D-Druck Projekt GEOlino 1200 #4

Das 3D-Druck Gemeinschaftsprojekt von Georg und Udo des Immer-Dabei-Seglers GEOlino mit einer Spannweite von 1.200 mm ist auf der Zielgeraden, zumindest was den Prototyp für einen Erstflug betrifft.

Alle Einzelteile sind mit Autodesk Fusion 360 konstruiert, gedruckt, angepasst und bis auf die Flächenteile geklebt. Weitere für den Bau erforderliche Einzelteile sind beim Modellbaufachhandel, im Ladengeschäft vor Ort beschafft: u.a. 6mm Kohlerohr, 2mm Bowdenzüge, 0,8mm Stahldrähte, Sekundenkleber, zwei 5g Servos

Flächenteile, ClarkY-Profil, 140 mm Flächentiefe an der Wurzel

Höhenruder

Seitenruder und Höhenruder

Die Cockpithaube ist an das Rumpfboot angepasst. Das 6mm Rumpf-Kohlerohr und zwei 2mm Bowdenzüge für die Rudersteuerung mittels 0,8mm Stahldaht sind eingeklebt. Servobrettchen und zwei 5g-Servos sind eingebaut.

Projekt Weihe 50 #16

Wir werfen einen Blick auf den aktuellen Stand des Gemeinschaftsprojekts von Bernd, Georg und Udo, dem Nachbau einer Graupner Weihe 50.

Montagsflieger Bernd erzählt: „Es war ein gutes Stück Arbeit, bis ich den heutigen Stand erreichen konnte. Es waren ca. 35 Arbeitsstunden in den Formenbau zu investieren. So war die Silhouette, der Formenrand (zweimal) zu fertigen. Im ersten Abschnitt wurde die erste Formenhälfte in Angriff genommen und das Urmodell in die Silhouette eingepasst und mit Polyester- Feinspachtel die Fuge erstellt.

Der Rahmen wurde erstellt und ebenfalls mit Feinspachtel verklebt. Dann habe ich siebenmal Trennwachs eingebracht und zwischenzeitlich immer wieder poliert. Ich habe noch Folientrennmittel (PVA-Lack) aufgetragen und das Ganze 24 Stunden trocknen lassen.

Später habe ich das schwarze Formenharz sorgfältig aufgetragen und bei ca. 25°C ca. 2 Stunden angelieren lassen. Dann kam die Kupplungsschicht, einem Gemisch aus aus R&G Epoxydharz, Glasfaserschnitzeln und Baumwollflocken, welche mit mehreren Lagen Glasgewebe mit Epoxy verstärkt wurde. Die 4 Zentrierstifte und die Gegenplatten für die Ausdrückschrauben (Rundmagnete) habe ich dabei besonders sorgfältig mit Mumpe bedacht. Der Rest bis zum oberen Formenrand habe ich dann mit einem trockenen Quarzsand- Epoxy-Gemisch aufgefüllt und nach beendeter Arbeit 48 Stunden im Heizungsraum bei ca. 20°C aushärten lassen.

Nach dem Aushärten  habe ich die Formumrandung und die Silhouette, sowie die Basisplatte mit dem Hammer entfernt und danach die Oberflächen gesäubert, eine neue Umrandung für die zweite Formenhälfte angebracht und Trennwachs und Folientrennmittel wie bei der ersten Formenhälfte aufgebracht. Das Urmodell verblieb komplett in der ersten Formenhälfte.

Der Aufbau der zweiten Formenhälfte war dann so wie bei der ersten Formenhälfte.

Das Ganze habe ich aushärten lassen und anschließend die Formenhälften getrennt. Bei der Entformung des Urmodells habe ich das Teil leider in drei Teile zerlegt, es ging leider nicht anders, obwohl das Teil doch sooooo viel Arbeit gemacht hatte.

Die Bauabschnitte habe ich mit dem Handy festgehalten.

Die Negativform ist nach meiner Ansicht sehr gut gelungen, die ersten Rümpfe werden es zeigen. Nun muß ich die Formen mindestens 6-7 mal mit Trennwachs und einmal mit Folientrennmittel behandeln, um dann mal den ersten Rumpf einlegen zu können.

3D-Druck Projekt GEOlino Segler 1200mm #1

GEOlino ist das Gemeinschaftsprojekt Winterhalbjahr 2024/2025 von Georg (Konstruktion) und Udo (3D-Druck) eines Seglers mit einer Spannweite von 1200mm. Gesteuert wird das Zweckmodell mit Höhen- und Seitenruder, also über zwei Achsen.

GEOlino kann um Flächen mit einer Tiefe von 140mm und Leitwerken in den drei Varianten

  • Einfach – 3D-Druckdateien
  • Schnell – Depron, KFm-Profil
  • Klassik – Balsaholz

aufgebaut werden.

Für den Rumpf werden die hier später für nichtkommerzielle Zwecke zum kostenlosen Download angebotenen 3D-Druckdateien benötigt

  • Rumpfboot – drei Teile
  • Servobrettchen
  • Cockpithaube
  • Ruderauflage
3D-Druck Modellteile GEOlino

zusätzlich

  • ein 6mm Kohlerohr, 500mm lang
  • zwei 2mm Bowdenzüge, 500mm lang
  • zwei 0,8 Stahldrähte
  • zwei 3mm Kohle- bzw. Buchenstab, 50mm lang
  • Elektroteile
  • Kleinteile
  • Sekundenkleber

3D Fusion 360 Zebra-Analyse

Der Rumpf ist so konstruiert, dass er in drei Teilen und einem Servobrettchen gedruckt wird. Die Stärke der Aussenwand, des Zwischenbodens, des Servobrettchens mit Ausschnitten für 5g-Servos, SUMO 1143HB digital oder vergleichbar, liegt bei o,8mm. Die Bohrungen für den Stab der vorderen Flächenhalterung mit Gummi sind auf das Doppelte der Wandstärke verstärkt.

Fusion 360 Schnittanalysen drei Seiten

Die drei Teile des Rumpfbootes werden zusammengefügt, ausgerichtet und anschließend mit Sekundenkleber verklebt. Angeformte kleine Nasen am Mittelteil, eingestecktes Kohlerohr erleichtern das Ausrichten der Einzelteile. Das Kohlerohr wird in die Druckteile soweit eingeschoben, dass der gesamte Rumpf eine Länge von 770mm hat und mit dem Rumpfboot verklebt. Das Servobrettchen wird eingeklebt.

Als Verschluss der Cockpithaube wird mittig der Haube in Richtung Längsachse ein Kohlestab, der nach vorne und hinten etwas hinausragt mit 5-Minuten Epoxy eingeklebt und nach Aushärten später unter die Aussenwand des Rumpfes vor- und zurück geschoben, damit er in den Rumpf beidseitig greift und die Haube hält.

Die Höhenruderauflage wird auf das Rumpfkohlerohr (6mm) geschoben, hinten bündig mit dem Rohr abschließend, ausgrichtet und später verklebt. Gesamte Rumpflänge 770mm.

Video Fusion 360 3D-Konstruktion GEOlino Einzelteile und Schnittanalyse

Projekt Weihe 50 #15

Es wird den Kenner nicht erstaunen, daß Bernd nach der Übernahme des 3D gedruckten Rumpfes der Weihe 50 von Udo aus gleich nach Hause gefahren ist, sich mit allem Eifer in seinen Bastelkeller begeben hat, um dort mit viel Sachkunde und geschickter Hand das Gemeinschaftsprojekt zielgerichtet weiterzuführen.

Sonntag, den 27.Oktober 2024, ein Basteltag bei „üsseligem“ Wetter, schließt Bernd mit den Worten ab: „Nun, ich war an diesem Wochenende nicht ganz untätig und habe mich den Vorbereitungen zum Formenbau gewidmet. Das Ganze ist recht aufwändig und muss natürlich auch passgenau erfolgen, sonst stimmt die Lage der Trennebene nicht und man kann dann im Endeffekt die ganze Form vergessen.

Diese Vorarbeiten habe ich mit noch unlackiertem Rumpf gemacht, da erfahrungsgemäß die Lackoberfläche bei diesen Vorarbeiten doch verkratzt werden kann. Die Dicke des Lackauftrags ist unerheblich.

Die Kabinenhaube habe ich schon 2-mal mit Füller gespritzt und geschliffen und dann einen roten Decklack final aufgebracht und die Formumrandung zugeschnitten und verklebt. Nun muß das Ganze nur noch durchhärten, dann kann ich mehrmals Trennwachs und final das Folientrennmittel aufbringen. Erst danach kommt dann das Formenharz, die Epoxy- Glasfaserschnitzel- Kupplungsschicht, etwas Glasmatte und zum Schluß das Sand-Epoxydharz-Gemisch als krönender Abschluß.

Von den Vorbereitungen für die Rumpfform habe ich ein paar Fotos gemacht.“

Projekt Weihe 50 #11

Gemeinschaftsprojekt

Das so genannte Urmodell der Weihe 50 als Fusion 360 3D-Grafikkonstruktion mit Cockpithaube als eigenes Objekt für die Weiterentwicklung zu einem GFK-Rumpf .

Der zunächst als 3D-Grafik konstruierte und in das STL- sowie 3MF-Format konvertierte Rumpf liegt nun real vor; das 3D-Druckergebnis ist von sehr guter Qualität.

3D-Druck vordere Rumpfteile mit Cockpithaube

Udo hat die Konstruktion in vier Teile für den 3D-Druck digital geschnitten und um Verbindungsteile ergänzt, die das spätere Ausrichten und Zusammenkleben der vier Einzelteile zu einem Rumpf erleichtern.

3D-Druck Rumpfteile und Cockpithaube

F-Schlepp mit der Maule und drei Seglern

Es ist Anfang September, der Himmel wolkenlos, das Thermometer zeigt 30o C, es weht ein Wind mit zunehmend starken Böen. Ein Sonnenschutz ist aufgebaut. Am Rand der beiden Start- und Landebahnen auf Flugfeld II stehen die Schleppmaschine Maul M7 GB und drei Segler, die Ka8b, die ASW 20 und 27.

Die Aufgaben sind wechselnd klar verteilt, Schleppmaschine, Segler, Video.

Drei Montagsflieger, Ralf, Dieter und Georg genießen einen wunderschönen, erholsamen Nachmittag und lassen auch von oben dabei sein.